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Einladung in den Gangolfsaal am Bonner Münster:Vortrag des Düsseldorfer Malers Michael Sichelschmidt

4. Fastensonntag, 15. März 2026, ca. 13.30 Uhr
Datum:
9. März 2026
Von:
Stefan Schultz

In der Fastenzeit 2026 empfängt die Besucherinnen und Besucher im Hochchor der Münsterbasilika eine Kunstinstallation des Düsseldorfer Malers Michael Sichelschmidt. Das Triptychon (Acryl auf Leinwand, 3,6 m x 2,8 m) aus dem Jahr 2020 trägt den Titel »Weinet nicht über mich«. Kunstwerk und Fastentuch haben eine Gesamtgröße von 7m x 6m.

Zu seinem Gemälde – aber auch zu weiteren Kunstwerken – hält Michael Sichelschmidt in lockerer Atmosphäre einen Vortrag im Gangolfsaal am Bonner Münster. Gerne beantwortet er dabei auch Fragen des interessierten Publikums.

4. Fastensonntag, 15. März 2026, ca. 13.30 Uhr

Hierzu lädt die Münsterpfarrei St. Martin nach der Hl. Messe mit Predigtreihe und dem anschließenden Empfang herzlich ein.

Gedanken von Michael Sichelschmidt:

Am Ende einer jahrzehntelangen Vorbereitung, in der ich mich mit vielen Fragen der Darstellung religiösen Inhalts beschäftigt habe – sie betrafen Überlegungen zu möglichen Themen, zum Format, etc. – einer Zeit, in der ich Studien zu Personen, Fotos, Zeitungsausschnitten gesammelt habe, war es dann eine Eingebung – und ich benutze diesen Begriff bewusst – der mir den Titel des Bildes vorlegte. 

Ein Flügelaltar musste es werden, diese hatte ich mein ganzes Leben bewundert – und im Mittelpunkt ein Kreuz! Der überbreite Querbalken – er ragt in die gesamte Schöpfung hinein. Das grelle Lendentuch – »Bedeckt meine Schmach – erbarmt euch meiner!« ruft es uns zu. Das soll der dramatische Impetus sein. Die Personen drängen sich jetzt nacheinander auf die Leinwand – mit und ohne mein Zutun. Ich male hinter den Visionen her. 

Die Figur des abweisenden jungen Mannes neben dem Kreuz, der Priester mit dem Kreuz im Schnee, die Erschütterten im Vordergrund – sie hatte ich schon viele Jahre auf »Vorrat« – das Paar, die verzweifelte Frau und der Mann, der sie zu trösten versucht, brauchte ich mir nicht ausdenken, ich brauche mich ja nur umzuschauen. Da waren die Eltern, deren Kinder mit der Kirche nichts mehr zu tun haben wollten! 

Die Frage: Text hineinschreiben oder nicht? Ich habe mich für folgende Lösung entschieden: Text ja, doch in lateinischer Sprache. Sie ist die Kultsprache der Katholischen Kirche und der Betrachter soll sich mühen, sie zu übersetzen. Zur Ausdeutung zeugt das Bild.