Tagesausflug an den Niederrhein:Viktor bei den Römern in Xanten

Ein Tagesausflug zum Ausklang des Sommers führte internationale Besucherinnen und Besucher der Begegnungscafés an St. Elisabeth und im Haus Mondial an den Niederrhein nach Xanten. Geflüchtete und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sowie Ehrenamtliche, die sich in Kirchengemeinden oder bei der Caritas das ganze Jahr im Bereich Konversation, Spracherwerb, Formularhilfe, Patenschaften, Arbeitssuche und vielem mehr engagieren, fuhren für einen Tag gemeinsam nach Xanten, um dort auf den Spuren der Römer zu wandeln. Ermöglicht wurde der Ausflug durch die Aktion Neue Nachbarn, das WM-Tipp-Spiel des Teams am Bonner Münster und die Osterlammaktion von Bäckerei Rott und Bonner Stadtdekanat.
Dabei stellten die Teilnehmer fest, dass die Römer ein verbindendes Element aller sind, da sie im Grunde in fast jedem Herkunftsland der Mitreisenden Spuren hinterlassen haben. Syrien war wichtiger Handelsplatz im Fernhandel der Römer und militärisch wichtig. Spuren gibt es bis heute in Antiochia oder Palmyra. In der heutigen Ukraine gibt es Siedlungsspuren im Bereich der Schwarzmeerküste in der Nähe von Odessa und in Gräbern bei Lwiw wurden römisches Geschirr und Waffen gefunden. In Russland gibt es zwar keine direkten Siedlungen, aber die Römer hatten nachweislich Einfluss im Bereich von Kaukasus und Krim. Selbst in Afghanistan – zur Römerzeit wichtiges Transitland der Seidenstraße – wurden im „Schatz von Begram“ am Fuße des Hindukusch römische Glasgefäße und Bronzefiguren entdeckt.
Nach diesen und vielen anderen Erkenntnissen, sowie Gelegenheit zu Picknick, Spielen auf einem großartigen Spielplatz, besserem Kennenlernen und Austausch ging es noch zum Viktor-Dom in die Innenstadt. Der heilige Viktor ist in der orthodoxen Kirche ein wichtiger Märtyrer und Namenspatron und somit vielen Mitreisenden aus Russland und der Ukraine ein Begriff und Vorbild. Viktor, der für die Verteidigung eigener Überzeugungen und Glaubenstreue steht und sich gegen tyrannische Staatsmacht auflehnte war für unsere Gruppe ein weiteres Highlight.
Zufrieden und voll schöner Eindrücke fuhr eine recht müde Gruppe zurück nach Bonn. Auch nächstes Jahr wird es hoffentlich wieder einen Ausflug geben, der einerseits die neue Heimat, Kultur und Geschichte für die neuen Nachbarn näherbringt aber auch Gelegenheit schafft, einen ganzen Tag im intensiven Gespräch zu sein und sich immer besser kennenzulernen, voneinander zu erfahren und echte Begegnung zu ermöglichen.