Mittwoch, 03. Juni 2020:Textimpuls von Monsignore Bernhard Auel

Das Virus kennt keine Grenzen
Auel impuls 3.6.
Auel impuls 3.6.
3. Jun 2020
Monsignore Bernhard Auel

Die Missionsbenediktiner von Münsterschwarzach und St. Ottilien kennen wie nur wenig andere die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika. Schon über viele Jahre hat unsere Familie Kontakt z. B. mit Br. Ansgar Stüfe OSB, der selber über viele Jahre Chefarzt eines großen Krankenhauses in Tansania war. Er kennt die medizinischen Möglichkeiten und die Lebensbedingungen der Menschen dort bestens. In seinem Weihnachtsbrief hat er berichtet über die Neueinrichtung im Krankenhaus in Peramiho, wo u. a. eine neue Sauerstoffanlage installiert wurde und ein neues Labor eingerichtet wird. Dies werde ein „Quantensprung nach vorn sein“. Erst vor wenigen Wochen habe ich ihn gefragt, wie die Situation im Blick auf die Corona-Pandemie in Afrika sei und welche Möglichkeiten der Hilfe es gebe. Seine Antwort war ernüchternd. Er schrieb mir per Mail: „Herzlichen Dank für Ihre Mail. Die Epidemie hat in Afrika gerade begonnen. Das Hauptproblem ist der Mangel an Testen. Sicher können wir nicht die eigentlich nötige Zahl der Tests beschaffen. Es wäre aber schon hilfreich, wenn wir einige typische Fälle testen könnten. Dann kann man lernen, die Fälle auch ohne Labor zu erkennen. Dafür wären wir sehr dankbar“. Aus der Abtei Münsterschwarzach wurde zudem berichtet, dass es Anfang April in Tansania insgesamt 19 Infizierte gab, die Zahlen steigen vor allem in den Städten. In den beiden großen Krankenhäusern der Benediktiner in Ndanda und Peramiho bereite man sich bereits auf das Kommende vor, den Gesundheitsservice in den Krankenstationen im Lande will man so lange wie möglich aufrechterhalten

 Da ist es richtig, dass nicht nur unsere Bundeskanzlerin daran erinnert, dass wir weltweit werden helfen müssen, gerade denen, die nicht die Möglichkeiten haben, die es in unserem Land gibt. Bedrohlich, dass es in Afrika nicht nur die Corona-Pandemie ist, sondern auch Malariaepidemie und Heuschreckenplage, große Hungersnöte.

An all das erinnert der heutige Gedenktag des heiligen Karl Lwanga und seiner Gefährten. Welche Kraft der Glaube, dass Gott ein Gott von Lebenden und nicht von Toten ist, Menschen zu geben vermag, zeigt das Martyrium des heiligen Karl Lwanga und seiner 21 Freunde. Im 19. Jahrhundert standen sie als Pagen im Dienst des Königs von Uganda. Als Christen weigerten sie sich, den unsittlichen Wünschen des Königs zu entsprechen; der ließ sie darauf hin einkerkern und dann hinrichten. Sie aber vertrauten auf Gott, der jenen, die ihm treu sind. das ewige Leben schenkt.

 

Die Corona-Pandemie betrifft die ganze Welt. Es geht nicht nur um Afrika. Spätestens jetzt verstehen wir, was Globalisierung heißt. Das wird immer deutlicher. Das Pfingsten hat uns daran erinnert; jedenfalls lese ich so die Apostelgeschichte (2,1-11). In ihrem Essay über das Pfingstfest schreibt Gabriele Hartlieb: „Wer hätte je davon gehört, dass ein Sturmwind an Landesgrenzen Halt macht? Wie also der Geist Gottes?“

 

Wer nun mit einer Spende helfen möchte, dem möchte ich einige Möglichkeiten aufzeigen mit dem Hinweis auf einige Einrichtungen und deren Homepage. Dort findet man weitere Informationen. Hier nun zuerst die Missionsbenediktiner in der Abtei Münsterschwarzach, über die ich oben berichtet habe: www.abtei-muensterschwarzach.de

In unserer Stadt Bonn gibt es drei andere Hilfswerke, die sich ebenfalls einsetzen.

Missionszentrale der Franziskaner: www.mzf.org

Don Bosco Mission Bonn der Salesianer: www.donboscomission.de

CASA HOGAR Deutschland e.V.: www.casa-hogar.de

Außerdem helfen weltweit die großen kirchlichen Hilfswerke

Missio – internationales katholisches Hilfswerk: www.missio-hilft.de

Misereor – Hilfswerk für Menschen in Not: www.misereor.de

Adveniat – Hilfswerk für Lateinamerika: www.adveniat.de

Renovabis – Hilfe für Menschen im Osten Europas: www.renovabis.de

Caritas International – Das Weltweit tätige Hilfswerk: www.caritas-international.de