Dienstag, 26. Mai 2020:Textimpuls von Monsignore Bernhard Auel

Jesus sei mir Jesus!
Jesus sei mir Jesus!
Jesus sei mir Jesus!
Datum:
26. Mai 2020
Von:
Monsignore Bernhard Auel

Die Kirche gedenkt heute des heiligen Philipp Neri (1515-1595). Er gehört für mich zu den sympathischsten Heiligen. Sein sonniges und fröhliches Naturell machte ihn bei den Menschen beliebt und führte dazu, dass bis heute viele Anekdoten aus seinem Leben bekannt sind. Die Demut in allem war ihm alles. Stets versuchte er seine Heiligkeit zu verbergen und sich selbst lächerlich zu machen. Der Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn schreibt: „Vielleicht gibt es nicht viele Heilige, deren Heiterkeit sich in das Gedächtnis der Zeitgenossen und der nachfolgenden Generationen so eingeprägt hat. Sicher ist dies nur eines von anderen Kennzeichen und sicher nicht das Entscheidende, welches seine Bedeutung ausmacht, und doch zählt er gerade durch diese Eigenschaft, die er als Mittel zur geistlichen Formung und Bildung einsetzte, zu den Gestalten, die durch ihre Liebenswürdigkeit Menschen an sich zogen und für Gott gewannen“.

 

Hier ist nun nicht der Ort, seine Biographie zu entfalten. Diese kann man in einem Heiligenlexikon oder auch im Internet studieren. Es sind nicht viele Texte von ihm erhalten, wohl einige Briefe, vier Gedichte, einige Zitate und vor allem Kurzgebete. Er hat es verstanden, beten zu lehren. Seinen Schülern gab er kleine kurze Gebetsworte, die im Alltag ein dauerhaftes Beten befördern. So können auch wir immer wieder beten lernen, vielleicht gerade in dieser so anderen Zeit.

 

Das wohl bekannteste dieser Kurzgebete ist „Jesus sei mir Jesus“.

Von seiner Sehnsucht sprechen das auch die folgenden Gebete:

„Mein Jesus, ich möchte dir dienen, und finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und finde den Weg nicht. Ich möchte dich finden, und finde den Weg nicht. Ich möchte dich lieben, und finde den Weg nicht.“ 

„Ich kenne dich doch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche. Ich suche dich, und ich finde dich nicht. Komm zu mir, mein Jesus.“

„Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus.“ 

 

Hier noch einige andere Beispiele: „Mein Jesus, ich habe dir gesagt: Wenn du mir nicht hilfst, werde ich niemals etwas Gutes tun.“

„Wenn ich dich kennen würde, würde ich auch mich kennen, mein Jesus.“

„Vermehre mir den Glauben, o guter Jesus.“

„Wann werde ich dich lieben mit kindlicher Liebe?“

 

Bedenkenswert sind auch diese Zitate:

„Es ist leichter, fröhliche Menschen auf dem Weg des Geistes zu führen, als schwermütige!“

„Bevor man andere korrigiert, denke man über sich selbst nach.“

„Lasst die Geldbeutel in Ruhe, wenn ihr Seelen gewinnen wollt. Man kann nicht Seelen gewinnen und zugleich Geld machen.“

„Um die Liebe Gottes zu erwerben, gibt es keine wahrere und kürzere Straße als sich loszulösen von der Liebe zu den Dingen dieser Welt, seien sie auch noch so klein und von geringem Gewicht; ebenso von der Liebe zu sich selber. Wir sollen mehr den Willen Gottes und seinen Dienst lieben als unser eigenes Vergnügen und unseren eigenen Willen.“

 

Schließlich noch eine Strophe aus einem der Sonette, die - heute ebenso aktuell - seine Schöpfungsspiritualität belegt:

„Es lacht die Erde und der Himmel, die Stunde und das Gezweig,

die Winde stehen still, es sind ruhig die Wogen,

und die Sonne erscheint in nie geahntem Leuchten.“