Synodaler Weg:„Synodaler Weg hat partizipative Webfehler“: Bonner Stadtdechant im Synodal-Forum „Macht“

BONN / FRANKFURT. „Es war eine besondere Dialogerfahrung im Raum der Kirche“, so bewertet Bonn Stadtdechant, Dr. Wolfgang Picken, die erste Vollversammlung des „synodalen Weges“. Dr. Picken ist Delegierter des Priesterrates des Erzbistums Köln.
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1. Feb 2020
Sebastian Eckert

BONN / FRANKFURT. „Es war eine besondere Dialogerfahrung im Raum der Kirche“, so bewertet Bonn Stadtdechant, Dr. Wolfgang Picken, die erste Vollversammlung des „synodalen Weges“. Sie fand vom 30. Januar bis zum 1. Februar in Frankfurt am Main statt. Dr. Picken ist Delegierter des Priesterrates des Erzbistums Köln.

 

Die Versammlung habe unter starker Spannung gestanden, weil kontroverse Debatten und Reformüberlegungen immer Ängste und Sorgen auslösen würden. Es habe aber in weiten Teilen ein offener und respektvoller Dialog stattgefunden. Die Sorge aller Beteiligten um die Zukunft der Kirche sei spürbar gewesen.

Als schwierig habe er beim „synodalen Weg“ den Umgang mit Partizipation und Leitung erlebt. „Die Leitung des synodalen Weges befindet sich nach Satzung ausschließlich in den Händen von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Fast die Hälfte der Delegierten ist von einer Partizipation an der Leitung ausgeschlossen. Auch die personelle Zusammensetzung der vier Foren, in denen die einzelnen Themen intensiv bearbeitet werden, waren vom Präsidium des „synodalen Weges“ bereits vorher zusammengestellt worden und konnten von der Versammlung nicht mehr diskutiert werden. Selbst ein Diskussionsantrag über die Satzung wurde unterbunden. "Der „synodale Weg“ hat deshalb mit Blick auf die Partizipation eindeutige Webfehler,“ so Dr. Picken.

Zwar habe es Nachbesserungen gegeben, die einigen Delegierten ermöglich hätten, in den Foren mitzuarbeiten, aber mit Blick auf demokratische Verfahren gebe es noch erhebliches Entwicklungspotential. Stadtdechant Dr. Picken wurde von der Vollversammlung in das Forum „Macht und Partizipation“ berufen.

Als problematisch bezeichnete Bonns Stadtdechant die Erwartung, die Versammlung des „synodalen Weges“ könne wie ein Kirchenparlament Entscheidungen herbeiführen. Die hierarchische Verfasstheit der Kirche, die Rolle des Lehramtes und die Einbindung in die Weltkirche stünden dem entgegen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht fasche Erwartungen wecken und uns bei Diskussionen und Abstimmungen Illusionen hingeben“, so Dr. Picken.