Predigtreihe im Advent:Die Krise als Chance auf dem Weg zu Gott

Am vergangenen Sonntag lenkte Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken in seiner Predigt den Blick der Gläubigen auf Krisen - und zeigte mit der Hinwendung zu Gott einen Weg der Stärkung auf. Die Predigtreihe "Komm, o Heiland, in Krisenzeit" am Sonntag, 13. Dezember, fortgesetzt.
Datum:
7. Dez. 2020
Von:
Ayla Jacob

„Komm, o Heiland, in Krisenzeit“ ist der Titel der diesjährigen Predigtreihe, mit der Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken die Gläubigen in den sonntäglichen Messen durch die adventliche Zeit führt. Auftakt war am 1. Adventssonntag, nächster Termin ist am 13. Dezember ab 12 Uhr in der Kirche Sankt Remigius, Brüdergasse 8. Die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe liegt in den Händen von Regionalkantor Markus Karas.

„Krisenzeiten im Allgemeinen und die Corona-Pandemie im Speziellen sind für viele Menschen Zeiten besonders starker seelischer Belastung“, sagt der Stadtdechant. Zahlreiche Männer und Frauen kämen in diesen Ausnahme-Situationen kaum zurecht. „Sie sind auf der Suche nach Ruhe, nach innerer Kraft und wünschen sich Gegebenheiten, die der Hilflosigkeit entgegenwirken“, so Picken. Die Messfeiern böten die Möglichkeit der inneren Einkehr. 

In seiner Predigt am vergangenen Sonntag lenkte der Stadtdechant den Blick der Gläubigen auf verschiedene Brandherde. Hören wir aktuell das Wort Krise, denken wir automatisch an die Corona-Pandemie. Doch, so Picken, wir erleben weitere, große Bredrohungsszenarien - wie zum Beispiel die Umwelt- oder die Flüchtlingskrise. Für alle Menschen gelte, "dass wir in Krisenzeiten leben". Das eine uns in gewisser Hinsicht. "Uns verbindet das Gefühl, bedroht zu sein und diesen großen Krisen irgendwie machtlos gegenüberzustehen: Ohnmacht." Hinzu kämen die persönlichen, vielfach als noch bedrängender erlebten Krisen.  Verlusterfahrungen, Konflikte in der Partnerschaft, Familie oder im Freundeskreis: "Auch vor solchen individuellen Krisen steht man oft, ohne zu wissen, wie man ihnen und ob man ihnen überhaupt entkommen wird." Das sei ebenfalls ein einendes Moment, der eine empfinde die Krise stärker, der andere schwächer. Aber kalt lasse es niemanden. Dieses Miteinander, so der Stadtdechant, besitze etwas Stärkendes. "Mir jedenfalls geht es so."

"Die Feststellung, in dieser schwierigen Zeit nicht für sich allein zu stehen, sonden sie in Gemeinschaft zu erleben, im Miteinander von Brüdern und Schwestern und unsichtbar, aber spürbar von Gott begleitet, vermittelt einen Halt, den weder Politik noch Apotheke ermöglichen kann", so Picken. Die Aussicht, dass die Gemeinschaft der Gläubigen und die Verbindung mit Gott stärkende Wirkung besitze, "setzt einen wichtigen Impuls zum Überleben in der Krise und erweist sich zudem auch als nützlich für das alltägliche Leben". Die Krise biete die Chance, "dass die Anwesenheit Gottes zur persönlichen und rettenden Erfahrung werden kann". Wer Gott in der Krise in sein inneres lasse, der gehe nicht unter. Das heiße nicht, dass die Krise aufgelöst werde, stelle der Stadtdechant fest. "Verwandelt wird vermutlich nicht der Augenblick. Verwandelt wirst Du als Mensch. Gehalten, gestärkt, getröstet." Dafür sei eins wichtig: Der Weg zwischen "mir und Gott" sei vielfach unzulänglich geworden, "weil er voll mit Hindernissen ist". Gott aber könne nicht der Retter sein, wenn der Rettungsweg versperrt worden sei. "Deshalb. »Ebnet die Pfade«". 

Die Predigtreihe wird am 13. und 20. Dezember fortgesetzt. Jede Heilige Messe wird mit Vokal- oder Instrumentalmusik gestaltet. Es empfiehlt sich, rechtzeitig vor Ort zu sein, da die Zahl der Plätze in der Kirche Sankt Remigius wegen Corona begrenzt ist. Die Gottesdienste werden live im Internet übertragen. Der Link zu Live-Stream wird rechtzeitig bekannt gegeben.