Jubiläum:"Sozialwesen steht vor großen Herausforderungen"

Dr. Wolfgang Picken spricht beim Jahresampfang des Caritasverbandes der Stadt Bonn
Stadtdechant
Stadtdechant
Datum:
22. Sep. 2021
Von:
Ayla Jacob

Beim Jahresempfang des Caritasverbandes für die Stadt Bonn am Mittwochabend gab es einiges zu feiern. Schließlich schaut der Verband auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Wie bewegt diese gewesen, wurde sogar sichtbar: in der Chronik, die an diesem Abend vorgestellt wurde. Neben vielen Gästen waren auch Dr. Wolfgang Picken, Stadtdechant und Vorsitzender des Bonner Caritasrates, Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider, Oberbürgermeisterin Katja Dörner sowie der Verwaltungsdirektor des Diözesan-Caritasverbandes, Dr. Helmut Loggen, gekommen, um gemeinsam den Jubiläums-Empfang zu begehen.

„Die konkrete soziale Gestalt unserer Gesellschaft befindet sich auch weiterhin im Wandel“, sagte der Stadtdechant in seiner Rede anlässlich des Jahresempfangs. Es reiche nicht aus, das weiterzuführen, was es immer schon gegeben habe. Einer steigenden Bedürftigkeit und neuen sozialen Problemen stünden begrenzte Ressourcen und ein „immer noch schöngeredeter Fachkräftemangel“ gegenüber. Das Sozialwesen stehe vor großen Herausforderungen – wenn nicht gar schon vor oder mitten in einer Krise, so Picken. Die Geschichte des Bonner Caritasverbandes sei Appell an uns selbst, aber auch an Verband und Kirche, an die in der Stadtgesellschaft Sozialengagierten sowie an Politik und Verwaltung. „In einer Gesellschaft, die sich so schnell verändert, wäre Stillstand zu pflegen und Bekanntes zu verwalten, ein Irrsinn.“ Gefragt seien Kreativität und Pioniergeist, Mut zum Experiment und gute Ideen. „Wer mit dem Herzen lebt und für andere da ist, muss davon auskömmlich leben können“, stellt Picken fest. Im Vordergrund sollten Partnerschaft und Vertrauen stehen, „besonders im Verhältnis von Staat und Gesellschaft. Nur im Miteinander haben wir die Chance, die gewaltigen Probleme zu lösen."