Generalsanierung:Päpstliches Wappen ziert ein Fenster im Nordquerhaus

Farbe am Nordquerhaus stammt wohl aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Zentralstes Fenster zeigt das päpstliche Wappen.
Datum:
11. Apr. 2021
Von:
Ayla Jacob

Die Generalsanierung des Bonner Münsters schreitet voran. Derzeit ist das Team um Steinmetz Stefan Nett unter anderem an der Nordseite der Basilika im Einsatz. Dort werden die Natursteine rund um die fünf Fenster in der ersten Ebene restauriert sowie die Fugen und auch Taubenschutz erneuert. Dabei sind die Steinmetze auf Farbreste gestoßen, die, so vermutet Nett, aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammen.

Ob er richtig liegt, wird sich zeigen. Denn im nächsten Schritt nehmen die Restauratorinnen Susanne Brinkmann und Christina Verbeek vom Kölner Atelier für Restaurierung die Farbe unter die Lupe - genau wie in den anderen Teilen der Basilika auch. "Wir dokumentieren und beschreiben und führen eine Befunduntersuchung durch", erklärt Brinkmann. ZIel ist, die sogenannten historischen Fassungsphasen zu erfassen. Sprich: Festzustellen, aus welcher Bauphase die Farbe tatsächlich stammt.

Ist alles fertig, sind die Fenster übrigens besser zu sehen als vor der Sanierung. Denn die Gitter, die sie bislang verdeckt haben, werden nicht wieder eingesetzt. Dann wird deutlich, dass es sich bei dem Bonner Münster um eine "Päpstliche Basilika minor" handelt. Denn das zentralste, in der Mitte befindliche Fenster im Nordquerhaus, zeigt das päpstliche Wappen mit der Tiara und den gekreuzten Schlüsseln der Vatikanstadt. Dieses ist auch an anderen Stellen innen und außen zu finden (Hauptportal, Westportal, Stadtpatroneschrein, Vierungsaltar).