Stadtpatronefest:Bonner gedenken Cassius und Florentius

Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken lädt zum Stadtpatronefest ein. Bürgermeister entzündet die Kerze des Stadtrates
Die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius
Die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius
Datum:
6. Okt. 2020
Von:
Ayla Jacob
Beim Stadtpatronefest wird die Kerze des Stadtrates entzündet
Beim Stadtpatronefest wird die Kerze des Stadtrates entzündet

Bis heute prägen die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius das Stadtbild. Jene christlichen Soldaten, die Ende des 3. Jahrhunderts den Märtyrertod starben, weil sie nicht gegen andere Christen kämpfen wollten. Ihnen zu Ehren lädt das Stadtdekanat Bonn gemeinsam mit der Münstergemeinde Sankt Martin für das zweite Oktoberwochenende zum Stadtpatronefest in die Remigiuskirche, Brüdergasse 8, ein. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Festhochamt am Sonntag, 11. Oktober, 12 Uhr, mit Kerzenopfer des Rates der Stadt Bonn. Zu Beginn des Festhochamtes entzündet Bürgermeister Reinhard Limbach die Bittkerze. Musikalisch mitgestaltet wird der Gottesdienst vom Bonner-Münster-Chor unter der Leitung von Regionalkantor Markus Karas. Aufgrund der Corona-Krise muss die Zahl der Besucher begrenzt werden. Um mehr Gläubige einzubeziehen und die Möglichkeit zu bieten, von zu Hause aus mitzufeiern, wird das Festhochamt im Livestream übertragen. Der entsprechende Link wird auf www.bonner-muenster.de und www.katholisch-bonn.de veröffentlicht.  

„Cassius und Florentius traten für ihre Ideen ein“, sagt Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken. Solche Menschen brauche es zu jeder Zeit, in jeder Epoche – und vor allem auch heute. Menschen, die Ideale leben und bereit sind, sie umzusetzen, auch wenn sie dabei Nachteile in Kauf nehmen müssen, „sind das Fundament einer freien und christlichen Gesellschaft“, so der Stadtdechant. „Das gilt für den Alltag: Es braucht persönlichen Einsatz“, führt Picken aus. Dafür seien die beiden Märtyrer noch heute ein Beispiel.

Dem Schicksal von Cassius und Florentius wird bereits seit 691 - neuere Forschungen gehen gar von 643 aus – gedacht. Und zwar an dem Ort, an dem heute das Bonner Münster steht. Im Zuge der Verehrung bracht die heilige Helena ihre Knochen dorthin Seit Anfang des 17. Jahrhunderts sind die beiden offiziell Stadtpatrone Bonns, 1902 wurden sie zusammen mit Malusius außerdem Stadtteilheilige von Bonn-Endenich. Dort nämlich, an der heutigen Märtyrerkapelle, sollen Cassius und Florentius gestorben sein, vermutlich wurden sie geköpft. Alljährlich wird ihnen unter anderem mit einem Kerzenopfer gedacht. Diese Tradition geht bis ins Mittelalter zurück. In einem Protokoll des Cassius-Stiftes aus dem Jahr 1595 ist von sechs Wachskerzen die Rede, die der Magistrat der Stadt gestiftet hat. Heute ist auf der Kerze die Aufschrift „Cassi, Florenti orate pro nobis – Der Rat der Stadt Bonn“ zu lesen.

Neben dem Festhochamt am Sonntag werden im Zuge des Sadtpatronefestes zwei weitere Gottesdienste angeboten. Die Festmesse am Samstag, 10. Oktober, beginnt um 18 Uhr in der Kirche Sankt Remigius. Dort findet auch der Gottesdienst der Katholischen Hochschulgemeinde am Sonntag, 11. Oktober, statt. Er beginnt um 18.30 Uhr.