Gemeinsames Grußwort:Ausführlicher Wortlaut: „Zeit nutzen“

18. Feb 2020
Barbara Ritter

In diesen Tagen erinnern sich Christinnen und Christen auf der ganzen Welt an das Leiden Jesu Christi. In den Gottesdiensten und Andachten gehen sie spirituell den Weg Jesu mit hinauf nach Jerusalem und schließlich in den Tod ans Kreuz. 

In Jesus Christus leidet Gott am Bösen, das von Menschen verursacht wird. Es zeigte sich damals in Verachtung, Geißelung und Kreuzigung und ist uns heute gegenwärtig in Hass und Hetze, Terror und Kriegen, aber auch in der Maßlosigkeit gnadenlosen Wirtschaftens und zügellosen Verbrauchs der Lebensgrundlagen unserer Erde.

Christinnen und Christen haben von jeher diese Zeit der Erinnerung mit Nachdenken, Umkehr und bewusstem Verzicht gestaltet. 

Wir laden Sie dazu ein, sich in den nächsten sieben Wochen in diese Tradition zu stellen: Wir brauchen in den Zeiten der schnellen Worte die Zeit, nachzudenken und abzuwägen, was gesagt sein soll. Wir brauchen angesichts der phantasierten und mehr noch der gelebten Gewalt die Umkehr zu Menschenfreundlichkeit und Liebe. Und wir brauchen angesichts der Maßlosigkeit die Bereitschaft und das Einüben in einen begrenzten Gebrauch dessen, was Gott uns zum Leben gibt.

Nutzen Sie die Gelegenheit dieser besonders geprägten Zeit des Kirchenjahres, die Freiheit zu entdecken, zu der uns Christus befreit hat, jene Freiheit, die das Böse mit Gutem überwindet und am Ende den Sieg des Lebens davonträgt.

 

Wir grüßen Sie herzlich,

Dietmar Pistorius – Superintendent des Evangelischen Kirchenkreis Bonn

Dr. Wolfgang Picken – Stadtdechant von Bonn