18. April 2017 (Di.) | Von: Katholisches Stadtdekanat Bonn | Pressestelle

Ostern in Bonn: Getauft, um Frucht zu bringen

Stadtdechant tauft und firmt sechs Erwachsene im Bonner Münster

BONN. Tausende Gläubige haben in den katholischen Kirchen Bonns in vollen, teils übervollen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Die Liturgie am Osterfest mit vielen Riten und Symbolen findet traditionell in der Nacht statt. Vielerorts beginnt sie am späten Abend. In manchen Gemeinden findet sie in der Frühe des Ostersonntags statt. Das Geläut der Kirchenglocken, die zwei Tage geschwiegen hatten, verkündete in der ganzen Stadt die christliche Osterbotschaft.

Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher konnte in der Osternachtfeier im Bonner Münster am frühen Ostermorgen fünf Erwachsene taufen und einer Frau das Sakrament der Firmung spenden. Er sagte in seiner Predigt, die Taufe sei ein Sakrament des Tatendrangs.

Nur wer bereit sei, wie ein Weizenkorn, dass in die Erde gelegt wird, abzusterben und aufzubrechen, bringe reiche Frucht. "Getauft werden Sie nicht für sich, damit es Ihnen wohlergeht. Getauft werden Sie, getauft sind wir, damit auch wir Frucht bringen – wie das Weizenkorn.“

Er appellierte an die Fähigkeiten jedes Christen. "Wohnzimmerchristen“ – wie Papst Franziskus sie nennt, Christen, die die Welt vom Sofa aus betrachten, statt sich in ihr zu engagieren, brächten die Welt und die Kirche nicht weiter. "Sie mögen in ihrem Leben Erfolg haben, aber es bleibt fruchtlos.“

Schumacher erinnerte auch an die Ängste und das Leid, die viele Menschen täglich erleben. "Nacht kann es im Menschen auch sein mitten am hellen Tag. Nacht – das ist die Erfahrung von Leid und Schmerz, Nacht – das ist Erfolglosigkeit, die Trennung, das Versagen. Nacht – das ist das Leid in seiner vielfältigen Gestalt. Nacht – das ist Krieg, Terror, Gewalt, Flucht, Heimatlosigkeit, Einsamkeit. Nacht - das kennen wir alle! Nacht – das ist der Karfreitag!“

Durch die Auferstehung Jesu habe Gott ein für alle Mal bestätigt und besiegelt, dass alles, wofür Jesus lebte, was er lehrte und tat, jetzt die göttliche Handschrift trage. "Das war nicht nur Wort und Werk eines frommen Rabbis aus Nazareth, sondern Gottes Wort und Werk.“

Im Kreuzgang des Münsters hatte die Osternacht mit dem Osterfeuer um 5.00 Uhr begonnen. Am Feuer wurde die Osterkerze entzündet, die in diesem Jahr das zentrale Motiv des Fastentuches zeigt, welches sechs Wochen lang in der Basilika hing: das farbenprächtige Gemälde "Aufwachsende Ähre“ von Sieger Köder. Eine Ähre, Erde, einige Steine, ein blauer Hintergrund – und eine Hand, die im Hintergrund als fast durchsichtig erscheint.

Ostern ist das höchste und älteste Fest der Christenheit. Auf der ganzen Welt feiern Christen die Auferstehung Jesu vom Tod und werden durch Taufe, Firmung und Erstkommunion in die Kirche Aufgenommen. Die Feier der Osternacht ist der liturgische Höhepunkt der drei Österlichen Tage, die am Gründonnerstag beginnen. Sie beinhalten das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, sein Leiden, seinen Tod, die Grabesruhe und die Auferstehung.

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